Zeigt dein Werbemotiv einen Preis, gelten in Österreich klare Regeln: Bruttopreis in Euro, Grundpreis bei Ware nach Gewicht, bei Rabatten der niedrigste Preis der letzten 30 Tage. So passt das in 10 Sekunden.
Kurz gesagt: Zeigt dein Werbemotiv einen Preis und richtet es sich an Privatkunden, muss dort der Endpreis in Euro stehen, inklusive USt und aller Zuschläge. Ein Nettopreis darf nur zusätzlich und direkt daneben stehen. Verkaufst du Ware nach Gewicht oder Volumen, plane den Grundpreis ein, und bei einem Rabatt den niedrigsten Preis der letzten 30 Tage. Ein Verstoß gegen das Preisauszeichnungsgesetz kann bis zu €1.450 Strafe kosten.
Bei einem 10-Sekunden-Motiv willst du eine große Zahl zeigen und sonst nichts. Das Gesetz will ein bisschen mehr. Hier steht, was genau aufs Motiv muss, was weg kann und wie beides auf einen Bildschirm passt. Ohne Juristendeutsch, das so tut, als wäre es eine Antwort.
Das ist eine Praxis-Übersicht, keine Rechtsberatung. Grundlage sind das Preisauszeichnungsgesetz (PrAG) im RIS und die Erläuterungen der WKO zur Preisauszeichnung.
Gilt das Preisauszeichnungsgesetz auch für Werbung auf einem Bildschirm?
Ja, sobald dein Motiv einen Preis nennt. Die Pflicht entsteht nicht, weil du wirbst, sondern weil du einen Preis zeigst.
Das PrAG regelt Preise gegenüber Verbrauchern. Die WKO fasst es so zusammen: Werden Preise angegeben, egal ob aus Pflicht oder freiwillig in der Werbung, muss immer der Bruttopreis dastehen. Ein Werbebildschirm ist dabei nichts anderes als ein Plakat, das sich bewegt.
Daraus folgen zwei einfache Fälle:
- Kein Preis am Motiv: keine Preisangabe nötig. „Neue Wintermenüs ab Montag" ist ohne Zahl in Ordnung.
- Ein Preis am Motiv: Dann gelten alle Regeln unten.
Richtet sich dein Angebot ausschließlich an Unternehmen, ist das PrAG laut WKO nicht anzuwenden. Ein Screen im 1. Bezirk sieht aber jeder, der vorbeigeht. Schreib in diesem Fall deutlich dazu, dass es ein Angebot für Firmen ist und der Preis netto gilt.
Brutto oder netto: Welcher Preis muss aufs Motiv?
Brutto. Der Preis am Motiv ist der Betrag, den deine Kundin am Ende zahlt, inklusive USt und aller sonstigen Abgaben und Zuschläge.
Drei Regeln dazu:
- Euro. Zeigst du zusätzlich eine andere Währung, muss der Euro-Preis mindestens gleich groß und gleich auffällig sein.
- Netto nur als Ergänzung. Ein Nettopreis ist erlaubt, wenn der Bruttopreis unmittelbar daneben steht.
- Pflicht-Zuschläge gehören in den Preis. Was jede Kundin zahlen muss, steht nicht als eigene Zeile darunter.
So sieht das am Motiv aus, gerechnet mit 20 % USt:
| Am Motiv | Gegenüber Privatkunden zulässig? |
|---|---|
| „Haarschnitt €29 zzgl. USt" | Nein |
| „Haarschnitt €34,80" | Ja |
| „€29 netto · €34,80 brutto", nebeneinander | Ja |
| „Menü €14,90 + €2 Servicepauschale" | Nein, schreib „Menü €16,90" |
Muss der Grundpreis aufs Motiv?
Wenn du Ware nach Gewicht, Volumen, Länge oder Fläche verkaufst: Plane ihn ein. § 10a PrAG verlangt dann neben dem Verkaufspreis den Preis je 1 kg, 1 l, 1 m, 1 m² oder 1 m³.
Ein Beispiel: Kürbiskernöl, 0,25 l um €9,90. Der Grundpreis ist €9,90 ÷ 0,25 = €39,60 pro Liter. Am Motiv steht dann: „€9,90 · 0,25 l · €39,60/l".
Die WKO nennt Ausnahmen, unter anderem für Packungen unter 20 g oder 20 ml und für Kombiangebote. Ob der Grundpreis in jeder Werbung stehen muss, beantworten die öffentlichen Quellen nicht ganz eindeutig. Die sichere Variante kostet dich eine Zeile Text: Schreib ihn drauf.
Für Dienstleistungen wie Haarschnitt, Massage oder Fahrstunde gibt es keinen Grundpreis. Dort reicht der Endpreis.
Darfst du mit „ab"-Preisen werben?
Ja, wenn es zu diesem Preis wirklich etwas gibt. Ein „ab €19" ist ein Bruttopreis wie jeder andere und darf nicht in die Irre führen.
Prüf vor dem Upload:
- Gibt es das günstigste Angebot tatsächlich, ohne versteckte Bedingung?
- Ist der „ab"-Preis brutto?
- Erkennt man, wofür der Preis gilt? „Haarschnitt ab €19" ist klar, „Beauty ab €19" nicht.
Wir machen es bei adyoutiser übrigens genauso. „Ab €2. Ein Tag reicht." heißt: €2 ist das kleinste Auftragsvolumen, kein Preis pro Tag. Weil wir an Unternehmen verkaufen, stehen unsere Preise netto. Die Werbeabgabe von 5 % für Screens in Österreich und die USt kommen im Checkout als eigene Zeilen dazu. Wie die Werbeabgabe funktioniert, steht unter Werbeabgabe in Österreich.
Was gilt bei Rabatten und Streichpreisen?
Wirbst du mit einer Preisermäßigung, musst du den niedrigsten Preis der letzten 30 Tage vor der Ermäßigung angeben (§ 9a PrAG). Der Rabatt rechnet sich von diesem Preis.
Ein Beispiel: Der niedrigste Preis der letzten 30 Tage war €59, jetzt verkaufst du um €44,25. Dann stimmt „−25 %", weil €59 × 0,75 = €44,25. Hattest du in diesen 30 Tagen schon einmal €49 verlangt, ist €49 der Bezugspreis und der Rabatt nur rund 10 %.
Am Motiv reicht eine Zeile unter dem neuen Preis: „Niedrigster Preis der letzten 30 Tage: €59".
Willst du dir die Rechnung sparen, wirb ohne Zahl: kein Preis, kein Prozent, nur der Anlass. Den Kalender für November und zwei fertige Motiv-Varianten findest du unter Black Friday 2026: die 30-Tage-Preisregel.
Wie passt das alles in 10 Sekunden?
Mit einer klaren Rangordnung: ein Produkt, ein Preis groß, die Pflichtangabe klein, aber lesbar, der Rest hinter einem QR-Code.
So baust du ein Hochformat-Motiv, zum Beispiel in 1080 × 1920 Pixel:
- Oben: Produkt oder Anlass, drei bis fünf Wörter.
- Mitte: der Bruttopreis, das größte Element am Bild.
- Direkt darunter: Grundpreis oder „Niedrigster Preis der letzten 30 Tage".
- Unten: Logo, Adresse und, wenn du willst, ein QR-Code zur vollständigen Preisliste.
Drei Regeln, die in der Praxis am häufigsten fehlen:
- Ein Preis pro Motiv. Drei Preise in 10 Sekunden liest niemand.
- Pflichtangabe im selben Bild. Steht der Preis im Bild, steht die Pflichtangabe im selben Bild, nicht erst in einer späteren Szene des Videos.
- Der QR-Code ergänzt, er ersetzt nichts. Für weitere Preise ist er gut. Für den Preis, den du am Screen zeigst, gehört alles Nötige auf den Screen.
Welche Formate und Pixelmaße die einzelnen Screens brauchen, steht unter Motiv-Spezifikationen und bei jedem Standort auf der Karte.
Wer prüft die Preisangabe vor dem Start?
Du. Jedes Motiv wird bei adyoutiser vor dem Start geprüft, von KI und Mensch. Diese Prüfung ersetzt aber nicht deinen eigenen Preis-Check, denn für die Preisangabe ist der Werbende verantwortlich.
Fünf Fragen, bevor du hochlädst:
- Ist der Preis brutto, in Euro, inklusive aller Pflicht-Zuschläge?
- Steht ein Nettopreis nur zusätzlich und direkt neben dem Bruttopreis?
- Ware nach Gewicht oder Volumen: Steht der Grundpreis dabei?
- Rabatt: Steht der niedrigste Preis der letzten 30 Tage dabei?
- Gilt der Preis während der gesamten Laufzeit deiner Buchung?
Punkt 5 wird oft vergessen. Läuft deine Aktion am Sonntag aus, buch den Screen bis Sonntag und nicht bis Mittwoch. Eine Buchung bei adyoutiser kann einen einzigen Tag dauern.
Gilt das auch für die Screens in Bratislava?
Nein. Für die 3 Screens in Bratislava (HUMA 6) gilt slowakisches Recht, nicht das österreichische PrAG. Die österreichische Werbeabgabe fällt dort nicht an.
Die wichtigsten Unterschiede, von der Sprache bis zu Gesundheitsangaben, stehen unter Slowakische Werbevorschriften im Vergleich. Für die 16 Screens in Wien und den Screen in Amstetten gilt alles oben Beschriebene. Die Wiener Standorte findest du auf DOOH in Wien.
Häufige Fragen
Muss ich auf einem Werbebildschirm überhaupt einen Preis zeigen?
Nein. Eine Pflicht, Preise zu bewerben, gibt es nicht. Die Regeln greifen erst, wenn du einen Preis zeigst. Ein Motiv ohne Zahl braucht keine Preisangabe.
Darf ich Nettopreise zeigen, wenn ich auch Firmenkunden habe?
Nur zusätzlich, mit dem Bruttopreis direkt daneben. Ein reines Firmenangebot darf netto werben, wenn klar dasteht, dass es sich nur an Unternehmen richtet.
Was kostet ein Fehler bei der Preisangabe?
Das PrAG sieht in § 15 eine Verwaltungsstrafe von bis zu €1.450 vor. Dazu können Mitbewerber nach dem UWG auf Unterlassung klagen.
Reicht ein QR-Code mit der Preisliste statt der Pflichtangaben?
Für zusätzliche Preise ja. Für den Preis, den dein Motiv zeigt, nein: Bruttopreis, Grundpreis und Rabatt-Bezugspreis gehören ins selbe Bild.
Wie lange vorher muss mein Motiv fertig sein?
Du kannst ab heute buchen und das Motiv im Buchungsschritt hochladen oder später nachreichen. Die Werbung startet nach der Prüfung. Antworten zu Ablauf und Formaten stehen in den FAQ.
Motiv fertig, Preis geprüft: Wähl Screen und Zeitraum unter Jetzt buchen.

Christian Starzengruber
Founder, adyoutiser
Ich habe adyoutiser 2025 gestartet, weil Bildschirmwerbung keine Agentur brauchen sollte. Du wählst den Screen auf der Karte, lädst dein Motiv hoch und zahlst online. Firmensitz: Bratislava.
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