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Industry Insights

Indoor-DOOH-Attribution in Österreich 2026: So misst du wirklich, ob deine Bildschirmwerbung Kundinnen und Kunden bringt

Christian Starzengruber

Christian Starzengruber

Gründer & CEO Adyoutiser

6. Juli 2026Zuletzt aktualisiert: 8. Oktober 202615 Min. Lesezeit339
Indoor-DOOH-Attribution in Österreich 2026: So misst du wirklich, ob deine Bildschirmwerbung Kundinnen und Kunden bringt

Impressionen sind kein Attributions-Modell — sie sind Rohstoff. Wer 2026 Indoor-DOOH im österreichischen Micro-Venue-Kontext ernsthaft einsetzt, braucht ein Vier-Ebenen-Setup: von Playouts über QR-Scans bis Uplift-Analyse. Konkrete Methoden, sieben Attributionswege durchgerechnet, drei fiktive Rechenbeispiele aus Restaurant, Praxis und Immobilienbüro.

Indoor-DOOH-Attribution in Österreich 2026: So misst du wirklich, ob deine Bildschirmwerbung Kundinnen und Kunden bringt

Die häufigste Frage von Werbekunden kommt fast immer im gleichen Wortlaut: „Woher soll ich wissen, ob der Spot im Salon oder im Café wirklich Kunden bringt?" Berechtigte Frage — und die schlechte Antwort haben die meisten Anbieter parat: „Sie sehen ja die Impressionen."

Impressionen allein sind kein Attributions-Modell. Sie sind ein Rohstoff. Wer 2026 Indoor-Digital-Out-of-Home ernsthaft einsetzen will — als Werbekunde ebenso wie als Venue-Partner mit einem Bildschirm im Salon, im Wartezimmer oder im Café — braucht ein Attributions-Setup, das über den nackten Play-Count hinausgeht. Genau darum geht es hier.

Der Artikel richtet sich an zwei Leserinnen und Leser: an lokale Werbekunden in Österreich, die ihre Ausgaben nachweisen wollen, und an Venue-Partner, die Werbekunden zurückgeben wollen, warum ihr Bildschirm den Preis wert ist. Beide Perspektiven ziehen sich durch.

Warum Indoor-DOOH-Attribution 2026 anders funktioniert als Google Ads

Bei Google Ads schließt sich der Kreis in Millisekunden. Klick → Landing-Page → Formular → Conversion-Pixel. Attribution ist an dem Punkt trivial, weil die Datenquelle deterministisch ist.

Indoor-DOOH funktioniert anders. Es gibt keinen Klick. Es gibt keinen Cookie. Es gibt einen Bildschirm im Frisiersalon, an dem eine Kundin mit gefärbtem Ansatz 45 Minuten verbringt, den Spot vier Mal sieht, drei Wochen später den Zahnarzt-Termin bucht — und niemand hat ihre Reise als „Klickpfad" protokolliert.

Trotzdem lässt sich Wirkung messen. Anders als bei klassischer Print-Werbung, wo der Nachweis „ob der Flyer gewirkt hat" auf Vermutungen basiert, liefert Indoor-DOOH strukturierte Signale, die sich zu einem Attributions-Modell zusammenfügen lassen. Der österreichische Out-of-Home-Markt ist 2025 laut Focus Media Research bei digitaler Außenwerbung um +25,6 % gegenüber dem Vorjahres-Monat gewachsen und der Anteil von DOOH an der gesamten Außenwerbung liegt bei 30,1 % — das ist kein Nischenkanal mehr, sondern ein Kanal, für den 2026 Attributions-Standards überfällig sind.

Der Unterschied zum Google-Ads-Modell: Bei DOOH misst du keine einzelne Handlung, du misst Uplift. Also die Differenz zwischen „mit Werbespot" und „ohne Werbespot" — bei Umsatz, bei Terminanfragen, bei Anrufen, bei Suchvolumen der Marke. Das ist ein anderes Denkgerüst, aber es ist rigoros machbar.

Die 4 Ebenen der Indoor-DOOH-Attribution

Ein einfaches Vier-Ebenen-Modell hilft Werbekunden, ihre Erwartungen richtig zu justieren. Jede Ebene beantwortet eine andere Frage — und jede Ebene braucht eine andere Datenquelle.

EbeneFrageKPIDatenquelle
1. ImpressionWurde der Spot ausgespielt?Plays, ImpressionsPlayer-Log, playouts-Tabelle
2. ReachWie viele Menschen haben ihn gesehen?VAC, Unique Reach, FrequencyImpression-Multiplier je Screen/Stunde
3. BehaviourHat sich jemand aktiv damit beschäftigt?QR-Scans, Promo-Code-Einlösungen, UTM-LandingsLink-Tracker, POS-System
4. BusinessIst Umsatz oder ein Lead entstanden?Neu-Kunden-Uplift, Anrufe, Termin-AnfragenGoogle Business Profile, CRM, Kassensystem

Ebene 1 und 2 kriegst du automatisch vom Betreiber der Plattform. Ebene 3 und 4 musst du aktiv einrichten — und genau hier verlieren die meisten Werbekunden Kampagnen-Wert, weil sie diese Vorbereitung überspringen.

Ebene 1 — Impression: Der harte Play-Count

Die einfachste Metrik. Jedes Mal, wenn dein Spot auf einem Screen ausgespielt wird, entsteht ein Playout-Record. In unserem Netz (20 Screens: 16 Wien · 3 Bratislava · 1 Amstetten) wird jede Ausspielung einzeln protokolliert — das ist die Rohmenge, aus der Attribution überhaupt erst entsteht.

Play-Counts sind wertvoll, weil sie fälschungssicher sind (die Player melden zurück, was tatsächlich abgespielt wurde). Aber sie sind nicht dein Erfolgs-KPI. Sie sind die Basis, gegen die alles andere gerechnet wird.

Praktisches Signal für Werbekunden: Wenn jemand dir Impressionen oder „Ad Views" ohne granulare Screen-Ebene und Zeitstempel zeigt, frag nach dem Log. Ohne Log gibt es keine Attribution.

Ebene 2 — Reach: Wer hat den Spot wirklich gesehen?

Nicht jeder Play = ein Zuseher. In einem Salon mit 45 Minuten Behandlungsdauer und Bildschirm im Blickfeld erreicht ein Spot mehrere Menschen (Kundin, Begleitperson, Vorbeigehende) plus mehrere Wiederholungen pro Kundin. In einer Trafik mit 90 Sekunden Verweildauer trifft der gleiche Spot ganz andere Reach- und Frequenz-Werte.

Kontakte lassen sich nicht zählen, nur modellieren. Bei Adyoutiser rechnen wir sie je Screen und Tag aus der Tagesreichweite des Standorts und deinem Anteil an der Sendezeit — und kennzeichnen sie als „Kontakte (modelliert)", getrennt von den gemessenen Ausspielungen.

Für die Attribution zählt bei Ebene 2 vor allem der Reach-vs-Frequency-Trade-off. Eine Kampagne, die 10.000 Personen einmal erreicht, wirkt anders als eine, die 2.000 Personen fünf Mal erreicht. Für Awareness ist Reach wichtig, für Kaufentscheidung ist Frequency wichtig — je nach Ziel des Werbekunden.

Ebene 3 — Behaviour: Der QR-Code, der Promo-Code, die UTM-Landing

Hier fängt Attribution wirklich an. Jede der drei Techniken erzeugt einen sauberen Datenpunkt zwischen Werbespot und späterem Verhalten:

QR-Code auf dem Spot. Praktikabel, wenn dein Angebot etwas Digitales verspricht (Termin buchen, Katalog laden, WhatsApp öffnen). Der Scan-Log speichert Zeitpunkt, Screen und Bot-Filter — echte menschliche Scans lassen sich sauber von Crawlern trennen. Wichtig: der QR-Code muss auf dem Spot mindestens 4 Sekunden sichtbar sein und mindestens ein Achtel der Bildschirmfläche einnehmen, sonst wird er nicht gescannt.

Individueller Promo-Code. Am wirksamsten bei Gastronomie, Beauty und Handel. Der Code („SALON10", „PIZZA20", „ZAHN5") taucht ausschließlich auf dem DOOH-Spot auf und wird an der Kassa oder im Reservierungssystem eingelöst. Vorteil: Du kannst 100 % zuweisen, weil der Code nur auf einem Kanal existierte. Nachteil: nicht jede Branche funktioniert mit Codes (Zahnärzte, Kanzleien, Steuerberater eher nicht).

UTM-Parameter auf der Landing-Page. Wenn dein Spot eine URL zeigt, gib eine dedizierte Sub-URL (/dooh-wien oder /promo-salon). In Google Analytics 4 oder Matomo siehst du dann sauber, wie viele Menschen direkt getippt oder gescannt haben. Wichtig: Der Redirect muss nur einmal springen, sonst verlierst du die UTM-Weitergabe.

Ebene 4 — Business: Der eigentliche Erfolg

Umsatz, Termine, Anfragen. Was die Werbung wirklich bringen soll.

Für lokale KMU in Österreich lässt sich das mit erstaunlich wenig Aufwand messen — vorausgesetzt, du hast eine Baseline. Das ist die goldene Regel: Ohne Baseline (Umsatz und Anfragen der 4 Wochen vor Kampagnen-Start) gibt es keine Business-Attribution.

Konkrete Datenquellen für Ebene 4 in Österreich:

  • Google Business Profile Insights: Anrufe, Wegbeschreibungs-Klicks, Website-Klicks — segmentiert auf Wochenebene.
  • Kassensystem-Export (Wein, Lightspeed, Enfore, Ready2Order): Umsatz pro Woche, idealerweise nach Kategorie.
  • CRM oder Terminbuch (SalonCloud, Timify, Calendly, Bookitit): Neue Buchungen pro Woche, gesamt und mit Referrer.
  • Anruf-Tracking (call-tracker.at, calltracks): Getrennte Telefonnummer für die DOOH-Kampagne.

Alles davon gibt es in Österreich seit Jahren und ohne dass du neue Software kaufen musst — meistens reicht ein Export aus dem bestehenden System.

7 Attribution-Methoden für Micro-Venues, konkret durchgerechnet

Hier sind die Methoden, die wir bei Werbekunden im Salon-, Praxis-, Café- und Handwerker-Kontext einsetzen. Sortiert nach Aufwand, weil das die Frage ist, die im Kick-off-Termin garantiert kommt.

1. Promo-Code-Attribution (Aufwand: gering)

Setup: Eindeutiger Code im Spot, Einlösung am POS. Was du misst: 1-zu-1-Zuordnung von Kaufakt zu Kampagne. Für wen sinnvoll: Gastronomie, Handel, Beauty, Fitness, alle Branchen mit Kassa. Rechenbeispiel: 800 € Kampagnenbudget, 40 Code-Einlösungen à 45 € Warenkorb = 1.800 € Umsatz. Attribution-Ratio 2,25×. Zusätzlich: wieder viele Nicht-Code-Nutzer wurden gesehen — nur nicht zugewiesen. Die 40 Codes sind eine Untergrenze.

2. QR-Code + UTM-Landing (Aufwand: gering)

Setup: QR-Code am Spot, redirect auf deineseite.at/dooh?utm_source=adyoutiser&utm_medium=dooh&utm_campaign=juli-2026. Was du misst: Menschen, die aktiv aus dem Spot heraus interagieren. Für wen sinnvoll: Dienstleister, Immobilien, Kanzleien, Praxen, alles mit digitalem Follow-Up. Rechenbeispiel: 200 QR-Scans (bot-filtered), 40 Terminanfragen aus der Landing, davon 12 tatsächliche Termine à 350 € Auftragswert = 4.200 € — bei 1.200 € Budget also 3,5× ROAS auf der zurechenbaren Ebene.

3. Baseline-Uplift-Methode (Aufwand: mittel)

Setup: 4 Wochen Baseline vor Kampagnen-Start, 4 Wochen Kampagne, 4 Wochen Nach-Baseline. Differenz auswerten. Was du misst: Netto-Uplift ohne Attributions-Instrument. Für wen sinnvoll: alle, die keine Codes/QRs auf den Spot bringen wollen (z. B. Zahnarzt, Kanzlei, Steuerberater). Rechenbeispiel: Baseline 42 Neu-Termine/Monat, Kampagnen-Monat 61 Neu-Termine, Post-Baseline 45 Neu-Termine. Uplift ≈ 16 Termine, davon vorsichtig 60 % (10) der Kampagne zurechenbar (Rest saisonal). Bei durchschnittlichem Fallwert 220 € = 2.200 € Attribution.

4. Test-Kontroll-Städte (Aufwand: hoch, aber sauber)

Setup: Kampagne in Wien läuft, Graz und Linz sind Kontrollstädte (kein Spot). Google-Business-Profile-Metriken vergleichen. Was du misst: Uplift gegen echte externe Kontrolle. Für wen sinnvoll: Ketten mit 3+ Filialen, überregionale Marken. Rechenbeispiel: Anrufe steigen in Wien um 34 %, in Kontrollstädten um 8 %. Netto-Uplift Kampagne = 26 %.

5. Anruf-Tracking mit separater Nummer (Aufwand: mittel)

Setup: Dedizierte Telefonnummer nur auf dem DOOH-Spot. Was du misst: Anrufe, die durch den Spot ausgelöst wurden. Für wen sinnvoll: Handwerker, Notdienste, Ärzte, Kanzleien, alle mit hoher Telefon-Conversion. Rechenbeispiel: 87 zurechenbare Anrufe im Kampagnen-Monat, 18 % Buchungsquote → 15 Aufträge. Bei durchschnittlichem Auftragswert 480 € = 7.200 € Attribution.

6. Footfall-Uplift mit Türsensor (Aufwand: mittel-hoch)

Setup: Einfacher Türsensor (BluetoothLE-Zähler, ab 250 €) misst Fußgänger-Frequenz. Vergleich Kampagne vs Baseline. Was du misst: Frequenz-Uplift am POS. Für wen sinnvoll: Handel, Gastronomie mit Laufkundschaft, Salons. Rechenbeispiel: Baseline 320 Besucher/Woche, Kampagne 385 Besucher/Woche = 20 % Uplift. Bei Conversion-Rate 22 % und Warenkorb 38 € = 543 € Zusatzumsatz/Woche, über 4 Wochen ≈ 2.170 €.

7. Brand-Search-Lift (Aufwand: gering, wenn du GA4/GSC hast)

Setup: Google Search Console öffnen, Suchvolumen für deinen Marken-Namen vor/während/nach Kampagne vergleichen. Was du misst: Ob DOOH-Spot Menschen dazu bringt, deinen Namen später zu googeln. Für wen sinnvoll: alle Werbekunden mit einer Website und minimalem SEO-Setup. Rechenbeispiel: Marken-Suchen Baseline 240/Woche, Kampagne 380/Woche = +58 %. Sagt nichts über Umsatz, aber alles über Awareness.

Der Adyoutiser-Attribution-Stack: Was du out-of-the-box mitgetrackt bekommst

Wenn du eine Kampagne bei uns buchst, laufen einige der oben genannten Ebenen automatisch mit. Kein Extra-Setup, keine Extra-Kosten. Wir listen es hier auf, damit Vergleiche mit anderen Anbietern fair werden.

Playout-Log auf Screen-Ebene. Jeder Play wird mit Screen-ID, Zeitstempel und Spot-ID gespeichert. Als Werbekunde siehst du im Dashboard, wie viele Plays du wann in welchem Venue-Typ hattest.

Modellierte Kontakte. Neben den gemessenen Ausspielungen zeigt das Dashboard „Kontakte (modelliert)": Tagesreichweite des Standorts × dein Anteil an der Sendezeit. Gemessen ist nur die Ausspielung — und so steht es auch dran.

QR-Code-Link-Tracking. Wir haben ein eigenes House-Ad-Link-System (stabile Tokens, editierbare Ziel-URLs, sauberer Bot-Filter). Werbekunden können pro Kampagne bis zu 3 QR-Codes hinterlegen, die Scans werden bot-gefiltert protokolliert. Dieses System ist DSGVO-konform aufgesetzt (nur gehashte User-Agent- und IP-Fragmente, keine PII).

Zeit- und Screen-Attribution. Jeder Scan lässt sich auf den Screen zurückführen, auf dem der Spot in dem Moment lief. Das ist Attributions-Gold für Werbekunden mit mehreren Standorten in unterschiedlichen Bezirken.

Basis-Reporting im Werbekunden-Dashboard. Wöchentlicher CSV-Export von Plays, VAC, Scans, Zeitfenster. Kein Prozess, kein Support-Ticket — im Self-Service abrufbar.

Was nicht im Standard-Setup ist: Footfall-Messung, Anruf-Tracking, POS-Integration. Das sind Erweiterungen, die auf Kunden-Seite passieren müssen. Wir helfen bei der Einrichtung, aber wir betreiben sie nicht.

Drei durchgerechnete Attributions-Setups

Damit du das Konzept auf deinen Fall übertragen kannst, hier drei Rechenbeispiele aus verschiedenen Branchen. Fiktiv: keine Kundenfälle, alle Zahlen sind angenommen.

Setup A — Restaurant in Wien, das Reservierungen zulegen möchte

Ausgangslage: italienisches Restaurant, 1080 Wien, 65 Sitzplätze, Baseline 240 Reservierungen/Monat, davon 55 % online.

Kampagne: 6 Wochen DOOH-Spots auf den Screens Josefstädter Straße 99 (1080) und Franz-Josefs-Bahnhof (1090). Budget 1.400 €.

Attributions-Setup:

  • Promo-Code „ADYOU10" für 10 % Rabatt bei Erstbesuch, nur am Bildschirm sichtbar.
  • QR-Code direkt zur Online-Reservierung (Resmio-Landing mit UTM).
  • Baseline aus dem POS-System der 4 Wochen vor Kampagne.

Angenommenes Ergebnis nach 6 Wochen:

  • 87 Code-Einlösungen à ⌀ 42 € Rechnung = 3.654 € direkt zurechenbarer Umsatz.
  • 145 zusätzliche Online-Reservierungen mit UTM = ~68 realisierte Besuche (Show-Up-Rate 47 %).
  • Baseline-Uplift: Gesamt-Reservierungen +38 % in der Kampagnen-Periode.

ROAS auf zurechenbare Ebene: 2,6× — und das ist die Untergrenze, weil die Awareness-Wirkung nicht mitgerechnet ist.

Setup B — Zahnarztpraxis in Wien-Alsergrund, die Selbstzahler-Termine will

Ausgangslage: Zahnarztpraxis nahe dem Franz-Josefs-Bahnhof, Fokus auf Bleaching und Aligner. Baseline 22 Selbstzahler-Termine/Monat.

Kampagne: 8 Wochen Spots auf den Screens am Franz-Josefs-Bahnhof (1090) und an der Josefstädter Straße 99 (1080). Budget 2.200 €. Zielgruppe: 25-45, ästhetik-orientiert. Mehr zum Vertikal: DOOH für Ärzte und Zahnärzte.

Attributions-Setup:

  • Kein Promo-Code (bei Zahnärzten nicht Standesrichtlinien-konform).
  • Dedizierte Telefonnummer nur auf dem Spot (call-tracker.at, 15 €/Monat).
  • Baseline: 4 Wochen POS-Daten und Anruf-Aufkommen.

Angenommenes Ergebnis nach 8 Wochen:

  • 41 Anrufe auf die getrennte Nummer.
  • Davon 24 tatsächliche Erstberatungen (Buchungsrate 58 %).
  • 11 realisierte Selbstzahler-Behandlungen mit Ø 890 € Umsatz = 9.790 € direkt zurechenbarer Umsatz.

ROAS auf zurechenbare Ebene: 4,4× — ohne dass ein einziger QR-Code am Bildschirm hing.

Setup C — Immobilienmakler in Wien-Leopoldstadt, der Grätzl-Präsenz will

Ausgangslage: Immobilienmakler mit Fokus auf Verkäufer-Akquise (Verkaufsobjekte, nicht Käufer). Baseline 6 qualifizierte Bewertungs-Termine/Monat.

Kampagne: 4 Wochen Spots auf den Screens in der Leopoldstadt — Drive Company in der Großen Mohrengasse und die Piers am Handelskai. Budget 1.100 €.

Attributions-Setup:

  • QR-Code auf dem Spot mit direktem Link zur Bewertungs-Landing-Page.
  • UTM-getaggte Landing mit einem einfachen Formular (Adresse, Kontakt).
  • Google Business Profile Insights vor/während/nach Kampagne.

Angenommenes Ergebnis nach 4 Wochen:

  • 116 QR-Scans (bot-filtered), 14 Formular-Einreichungen, 7 qualifizierte Bewertungstermine.
  • Google-Business-Anrufe stiegen von 12/Monat auf 21/Monat (+75 %).
  • 2 tatsächliche Verkaufsobjekt-Zusagen aus den Bewertungsterminen (Ø Provision 12.000 €) = 24.000 € Auftragsvolumen.

Wichtig hier: 2 Abschlüsse aus 7 Terminen — auf den ersten Blick niedrig. Aber die Sales-Cycle bei Immobilien ist 3 bis 9 Monate. Der Uplift-Effekt wird noch monatelang wirken.

Sechs Attribution-Anti-Patterns, die du vermeiden solltest

Die folgenden sechs Fehler entwerten Attribution am häufigsten.

1. „Wir schauen einfach, ob mehr Kunden kommen." Ohne Baseline und ohne Kontrollperiode ist der Effekt nicht messbar. Saisonalität, Wetter und Wochentagseffekte überschatten den Kampagnen-Uplift vollständig.

2. Vergleich Indoor-DOOH mit Google Ads über CPM. Das ist wie Vergleich zwischen Airline und Fahrrad über Kilometerpreis. Beide Kanäle haben unterschiedliche Funktionen (Awareness vs Intent) und unterschiedliche Trichter-Positionen.

3. Nur die letzten 7 Tage messen. DOOH wirkt kumulativ. Der volle Attributions-Zeitraum liegt bei 4 bis 12 Wochen, je nach Branche. Wer nach 5 Tagen abbricht, misst nur die Rohheit der Einführung, nicht den Effekt.

4. QR-Code am Spot, aber Landing-Page bricht auf Mobile ab. Typisches Bild: Scan-Raten gut, Conversion auf der Landing null, weil sie für Desktop gebaut wurde. Vor Kampagnen-Start: Mobile Testing mit LTE-Netz.

5. Attribution durch den Werbekunden allein bewerten. Wenn du nur deine eigene Meinung fragst („ich glaube, es hat gewirkt"), ist das kein Attributions-Modell. Datenbasiert heißt: 3 Zahlen vor und 3 Zahlen nach der Kampagne dokumentiert, ohne Interpretation.

6. Impressionen mit realistischer Reach verwechseln. 10.000 Plays sind nicht 10.000 unterschiedliche Personen. Der VAC-Multiplikator gibt eine realistische Reach — die Impression-Zahl ist das brutto Plays, die VAC-Zahl ist die attributions-relevante Reach.

FAQ

Wie lange dauert es, bis eine Indoor-DOOH-Kampagne attributive Ergebnisse zeigt? Realistisch 4 bis 8 Wochen. In den ersten 2 Wochen etabliert sich Wiedererkennung, danach folgen aktive Signale (Scans, Codes, Anrufe). Kampagnen unter 3 Wochen sind für Attribution zu kurz, unabhängig vom Budget.

Reichen die Playout-Zahlen als Nachweis für den Werbekunden? Nein. Playouts belegen, dass der Spot gelaufen ist — nicht, dass er gewirkt hat. Als Venue-Partner solltest du deinen Werbekunden immer mindestens QR-Code-Scans oder Promo-Code-Einlösungen anbieten, sonst kommt der Werbekunde ein zweites Mal nicht wieder.

Kann ich Indoor-DOOH ohne QR-Codes und ohne Promo-Codes attribuieren? Ja, mit der Baseline-Uplift-Methode. Sie ist aufwendiger, weil du saubere Zahlen vor und nach der Kampagne brauchst, aber sie funktioniert. Praxen und Kanzleien in Österreich fahren häufig mit dieser Methode, weil ihre Standesrichtlinien keine Rabatt-Codes zulassen.

Wie unterscheidet sich Attribution zwischen Salon-Spot und Café-Spot? Verweildauer und Wiederholung. In einem Salon sieht die Kundin den Spot 4-6 Mal in 45 Minuten, in einem Café oft nur 1-2 Mal in 15 Minuten. Für Frequenz-getriebene Kampagnen (Preis, Angebot, Termin buchen) sind Salons stärker. Für Reach-getriebene Kampagnen (Marken-Aufbau, saisonaler Impuls) sind Cafés stärker.

Was kostet ein professionelles Attributions-Setup? Minimal-Setup mit Promo-Code und UTM-Landing: 0 € (wenn du die Landing selbst baust). Mittleres Setup mit Anruf-Tracking: 15-40 €/Monat plus Einrichtung. Voll-Setup mit Footfall-Sensor: einmalig ~ 350 € plus 25 €/Monat. Kein Vergleich zu Werbe-Agentur-Reporting.

Ist Footfall-Tracking DSGVO-konform in Österreich? Wenn du BluetoothLE-Zähler ohne MAC-Adressen-Speicherung nutzt (aggregiertes Zählen), ja. Sobald aber Device-IDs gespeichert werden, brauchst du Einwilligung. Wir haben die DSGVO-Grundlagen in unserem DSGVO-FAQ zu Indoor-DOOH gebündelt.

Was mache ich, wenn die Attribution schlecht aussieht? Erst prüfen, ob das Attributions-Setup solide ist (Baseline sauber, Codes wirklich gesehen, Landing funktioniert). Danach Creative prüfen (CTA klar, QR-Code lesbar, Text nicht zu klein). Erst dann Screen-Mix hinterfragen. In 80 % der Fälle liegt das Problem an Setup oder Creative, nicht am Kanal.

Wie vergleicht sich Indoor-DOOH-Attribution mit Print-Werbung? Print (Bezirksblätter, Postwurf, Flyer) ist praktisch nicht attribuierbar. Man weiß, wie viele Exemplare gedruckt und verteilt wurden — nicht, wer sie gelesen hat, ob sie gewirkt haben und ob sie im Papierkorb landeten. Wir haben den direkten Vergleich in Bezirksblätter vs Indoor-DOOH und Postwurfsendung vs Indoor-DOOH durchgerechnet.

Bekomme ich als Venue-Partner auch Attribution zurück? Ja, wir zeigen jedem Venue-Partner monatlich, welche Werbekunden auf dem eigenen Screen wie viele Plays und (falls vorhanden) Scans erzielt haben. Das hilft bei der Preis-Verhandlung mit lokalen Werbekunden — und im Gespräch mit potenziellen neuen Werbekunden im Grätzl.

Wie wichtig ist der Uhrzeit-Split für Attribution? Sehr. Ein Spot um 10:30 in einem Salon trifft eine andere Zielgruppe als ein Spot um 17:30. Attributions-Reports sollten immer nach Wochentag und 3-Stunden-Blöcken segmentiert sein, damit du sehen kannst, welche Zeitfenster die stärksten Signale liefern.

Was jetzt zu tun ist

Wenn du Werbekunde bist:

  1. Baseline für 4 Wochen dokumentieren, bevor du buchst.
  2. Attributions-Instrument wählen (Promo-Code, QR, UTM oder dedizierte Nummer — je nach Branche).
  3. Kampagnen-Dauer minimal 4 Wochen, besser 6-8 Wochen.
  4. Zwei Wochen nach Kampagnen-Ende Baseline wieder messen — für den Nachhall-Effekt.

Wenn du Venue-Partner bist:

  1. Frag deinen Ansprechpartner, welche Attributions-Daten du für lokale Werbekunden bekommst.
  2. Nutze die Zahlen im Verkaufsgespräch mit dem Steuerberater um die Ecke oder der Praxis nebenan.
  3. Wenn du selbst einen Screen in Wien, Niederösterreich oder Bratislava betreibst: Screen listen.

Und wenn du generell noch keinen Überblick über den Kanal hast: Der FAQ für lokale Werbekunden beantwortet die Einstiegsfragen.

DOOH-Attribution ist kein Hexenwerk. Sie ist Handwerk. Wer die vier Ebenen kennt, das passende Instrument wählt und Baseline diszipliniert dokumentiert, kann jeden Spot in Salon, Café oder Wartezimmer sauber belegen — und weiß nach spätestens zwei Monaten, ob der Kanal für die eigene Marke funktioniert.

Quellen und weiterführende Ressourcen: OOHA — Out of Home Austria Fakten, Statista Marktprognose DOOH Österreich, WKO — Werbeabgabegesetz, Focus Media Research via Internet World Austria.

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Christian Starzengruber
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Christian Starzengruber

Gründer & CEO Adyoutiser

Christian ist Gründer von Adyoutiser und arbeitet seit 2019 mit lokalen Werbekunden und Venue-Partnern in Österreich an Indoor-Digital-Out-of-Home.

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