DOOH-Creative ohne Designer: Canva-Workflow für 10s-Spots | adyoutiser
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DOOH-Creative gestalten ohne Designer: Canva-Workflow für 10s-Spots
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Christian Starzengruber
Autor bei adyoutiser
28. April 2026Zuletzt aktualisiert: 5. Mai 20269 Min. Lesezeit1
Du brauchst keinen Designer und keine Adobe-Lizenz. Mit Canva und einer halben Stunde baust du einen DOOH-Spot, der auf Public Screens funktioniert. Inkl. Templates und häufige Fehler.
Ich habe Adyoutiser 2025 in Wien und Bratislava gestartet, weil Bildschirmwerbung keine Agentur brauchen sollte. Wir haben ein Buchungs-Tool gebaut: Bildschirm auf der Karte auswählen, Werbung hochladen, zahlen — live in unter 5 Minuten, ab €2. Wir veröffentlichen unsere Roadmap öffentlich und antworten auf jede E-Mail innerhalb von 24 Stunden.
Was du in 30 Sekunden mitnimmst: DOOH-Creatives unter 10 Sekunden brauchen drei Dinge: lesbare Schrift, einen klaren Call-to-Action und null Bullshit. Mit Canva schaffst du das in 30 Minuten — ohne Designer, ohne Stockfoto-Hölle, ohne Lizenzprobleme.
Der größte Mythos in der Außenwerbung: "Ohne Agentur sieht das Creative nicht professionell aus." Falsch. Die meisten Agentur-Creatives sind überdesigned, übertextet und auf einem Public Screen aus 5 Metern Entfernung in 3 Sekunden komplett unlesbar. Was wirklich funktioniert, kann jeder mit Canva selbst bauen.
Hier ist der Workflow, den wir intern verwenden, wenn Kund:innen ohne Material reinkommen und in einer Stunde einen Spot brauchen, der auf einem Wiener Public Screen funktioniert.
Warum DOOH-Creative anders funktioniert als Social Ads
Vergiss alles, was du über Instagram-Carousels und Facebook-Ads weißt. Auf einem Public Screen gelten andere Regeln. Der/die Betrachter:in geht vorbei — du hast 2 bis 3 Sekunden Aufmerksamkeit, nicht 10. Niemand scrollt zurück. Niemand zoomt rein. Niemand klickt.
Drei harte Gesetze:
Gesetz 1: Lesbarkeit aus 5 Metern. Wenn deine Schrift kleiner als 1/10 der Höhe des Bildschirms ist, ist sie aus normaler Betrachtungsentfernung unlesbar. Headline-Text gehört auf mindestens 100px Höhe in einem 1080p-Spot.
Gesetz 2: Maximal eine Botschaft. Eine Headline. Ein Visual. Ein Call-to-Action. Mehr funktioniert nicht in 10 Sekunden. "Sale jetzt — bis zu 50% Rabatt — neue Kollektion — Fashion Week — limitiert" ist KEIN Spot. Das ist Lärm.
Gesetz 3: Hoher Kontrast. Schwarzer Text auf weißem Hintergrund schlägt jeden Gradient. Dunkler Hintergrund mit hellem Text funktioniert. Pastell auf Pastell ist unlesbar.
Die 7-Schritt-Canva-Anleitung
Geh auf canva.com (kostenloser Account reicht), dann:
Was du NIEMALS machen solltest
Keine kleinen Schriften für Disclaimer. "Aktion gilt nur für Neukunden, ausgenommen Sale-Ware, weitere Bedingungen siehe Website" in 14px-Text am unteren Rand — das liest niemand und macht das Creative unruhig. Wenn du Disclaimer brauchst, gehört der auf die Landingpage.
Keine QR-Codes ohne Erklärung. QR-Code allein? Niemand scannt das auf einem Screen, an dem er/sie vorbei läuft. QR-Code mit großer Headline "Scan für 20% Rabatt" — das funktioniert.
Keine Stockfotos mit "Diversity-Theater". Du kennst sie: 5 lachende Menschen unterschiedlicher Herkunft mit perfekten Zähnen vor einem Whiteboard. Wirkt aufgesetzt und billig. Eigenes Foto, simples Produktbild oder klares Markendesign sind besser.
Keine animierten Logos im Loop. Dein Logo soll deine Marke kommunizieren, nicht 10 Sekunden lang rotieren.
Beispiel: 10-Sekunden-Spot für ein Café
Sekunde 0-3: Schwarzer Hintergrund, weiße Headline "Frühstück bis 12" (140px, Inter Bold)
Sekunde 3-7: Café-Logo erscheint, darunter "Mariahilfer Straße 87"
Drei Slides, eine Botschaft pro Slide, lesbar aus jeder Distanz, fertig in 25 Minuten. Bevor du den Spot lädst, einmal den DOOH-Rechner durchspielen, dann direkt im Buchungsflow hochladen.
Jetzt loslegen
Du brauchst keinen Designer für deinen ersten Spot. Du brauchst Canva, eine klare Botschaft und 30 Minuten Geduld. Das Tooling ist nicht das Problem — die meisten ersten Versuche scheitern an "zu viel Text", nicht an "zu wenig Design".
Neues Design (Minute 0-2). "Custom Size" → 1080x1920px für vertikalen Screen oder 1920x1080px für horizontalen. Welches du brauchst, siehst du im Screen-Detail bei der Buchung — die meisten unserer Wiener und Bratislava-Standorte sind vertikal.
Hintergrund festlegen (Minute 2-5). Soliden Background wählen — entweder Markenfarbe (Hex-Code aus deinem Brand-Manual) oder Schwarz/Weiß. Keine Gradients als reinen Hintergrund (zu unruhig auf großem Screen). Wenn du ein Foto willst: dunkles Foto + helle Overlay-Box für den Text.
Headline platzieren (Minute 5-10). Schriftart: Bold Sans-Serif (Inter, Montserrat, DM Sans). Größe: mindestens 120px. Maximal 4 Worte. Beispiel: "50% bis Sonntag" statt "Großer Sale dieses Wochenende mit bis zu 50 Prozent Rabatt auf alle Artikel".
Visual oder Logo (Minute 10-15). Genau ein zentrales Visual. Logo gehört oben oder unten — nicht in die Mitte (klaut Aufmerksamkeit von der Headline). Wenn du Stockfoto nutzt: Canva-Pro-Bilder oder eigene Fotos. Keine Google-Image-Search-Treffer (Lizenzfalle).
Call-to-Action (Minute 15-20). Eine Zeile am unteren Rand. "yourbrand.com/sale" oder "QR-Code scannen" oder "Filiale Mariahilfer Straße 47". Nicht "Mehr Infos auf unserer Website unter www.unsereseite.com/landing/spring-sale-2026".
Animation (optional, Minute 20-25). Canva hat eingebaute Page-Animationen. Subtil bleiben: "Fade in" für Headline, "Pan" für Hintergrund. Nicht alles auf einmal animieren — wirkt billig.
Export (Minute 25-30). "Download" → MP4 (für Video) oder JPG (für Standbild). Bei MP4: Länge maximal 10 Sekunden. Wenn dein Canva-Design statisch ist, exportiere als JPG — wird vom System automatisch als 10s-Standbild geplayt.